Zunftkleidung

Zunftkleidung: Zeitlos und robust

Zunftkleidung hat Tradition. Geschichtlich gesehen noch nicht einmal lange (aber dazu später mehr) Parallel zur stetigen Weiterentwicklung von Werkzeugen und Arbeitsprozessen wurde auch die Bekleidung immer weiter verfeinert und perfektioniert. Doch im Laufe der Zeit hat Zunftkleidung an Bedeutung hinzugewonnen. Denn während in vergangenen Tagen in der Hauptsache die funktionale Betrachtung im Vordergrund stand, ist das heute anders. Auch die modische Seite von Zunftbekleidung spielt inzwischen eine Rolle. Das ist nicht verwunderlich, denn die traditionsbewusste Bekleidung ist nicht nur praktisch und robust. Sie sieht auch noch richtig gut aus.

Moderne Zunftkleidung vereint Tradition und Qualität.

An der Zunftbekleidung erkennt man, mit wem man es zu tun hat.

So in etwa könnte man es tatsächlich ausdrücken, denn schon auf den ersten Blick lässt sich erkennen, was der Träger der Zunftkleidung beruflich macht. Träger von dunkler Bekleidung arbeiten meist in Berufen, die mit dem Material Holz zu tun haben. Wer dagegen in einem helleren Farbton unterwegs ist, wird Berufen zugeordnet, die mit Stein in Verbindung gebracht werden können. Die Abstufungen sind nicht nur farblich fein. Auch bei den Stoffen gibt es Unterschiede. Sie haben die Wahl zwischen dem Zwirn-Doppelpilot, dem Trenkercord oder dem Genuacord, um nur einige Varianten zu nennen. Und selbstverständlich gibt es neben der eigentlichen Zunftkleidung eine ganze Reihe Zubehör. Sie können zwischen Schuhen, Zunfthosen, Westen, Stauden, Zunfthüten und einer großen Auswahl an Zunftschmuck wählen. Für viele Handwerker allerdings ist das Wichtigste der Stenz, also der Zunftwanderstock, ohne den die Wanderschaft gar nicht erst angetreten wird.

Harte Arbeit, robuste Zunftbekleidung

Dachdecker, Klempner und viele andere Handwerker tragen Zunftkleidung. Und natürlich sind es die Zimmermänner, die hochwertige Zunftkleidung zu schätzen wissen. Das oft verklärte Bild des reisenden Handwerkers trifft es aber nur teilweise. Schließlich geht es auch um harte Arbeit. Und um jede Menge Werkzeug, das man immer bei sich haben muss, griffbereit, das versteht sich von selbst. Die unzähligen Taschen und Fächer, mit denen Zunftkleidung ausgestattet ist, sorgen immer dafür, dass nur ein kurzer Griff notwendig ist, um das passende Werkzeug in der Hand zu halten. Aber Zunftbekleidung hat natürlich auch eine Schutzfunktion. Gegen all die Gefahren, die in Handwerksberufen lauern. Allein die Zunfthose hat schon in unzähligen Fällen dafür gesorgt, dass Verletzungen glimpflich endeten oder vollständig verhindert werden konnten. Dazu kommt natürlich der Schutz vor Wind und Wetter. Auf die Walz geht man nicht nur bei strahlendem Sonnenschein, sondern auch wenn es kalt, nass und windig wird. Feste und dicke Stoffe können da Gold wert sein.

Zunftkleidung als Mode-Look

Die Zunftbekleidung hat längst auch Einzug erhalten in die Freizeitmode. Männer und Frauen tragen sie nicht nur, wenn es darum geht, den Job zu machen. Auch Anlässe wie Richtfeste, Geburtstage, Firmenjubiläen, sogar Verlobungen und Hochzeiten sind geeignet, um sich in schicker Zunftbekleidung zu präsentieren. Die Optik ist zeitlos und muss sich hinter anderen modischen Kleidungsstücken nicht zu verstecken. Im Gegenteil, bei vielen Anlässen ist Zunftbekleidung sogar die erste Wahl.

Für ein langes Leben: Zunftkleidung

Zunftkleidung hat einiges auszuhalten. Sie muss sowohl den Anforderungen des Berufs gerecht werden als auch gegen äußere Rahmenbedingungen robust zu Werke gehen. Wohl kaum eine andere Kleidungsart muss so stabil und zuverlässig sein wie die Zunftbekleidung. Dazu gehören dicke Stoffe, die gegen äußere Einflüsse und Gefahren schützen. Und dazu gehört eine überdurchschnittlich lange Lebensdauer. Sie wollen nicht schon nach kurzer Zeit wieder alles neu kaufen müssen, weil die Verarbeitung Ihrer Zunftkleidung nur mäßig ist. Gleichzeitig stellen Sie aber auch ganz andere Anforderungen, Anforderungen, die nicht weniger wichtig sind. Denn die beste Zunfthose nützt Ihnen nur wenig, wenn Sie sich nicht wohl darin fühlen. Neben aller gebotenen Funktionalität ist also auch der Tragekomfort bei Zunftbekleidung bedeutsam. Wenn Sie sich nicht gut fühlen und frei bewegen können, ist das eine spürbare Einschränkung. Das wollen Sie nicht. Und damit haben Sie Recht!

Taschen und Fächer der Zunftbekleidung

Das hohe Maß an Funktionalität zeichnet Zunftbekleidung ganz besonders aus. Sie müssen Ihr Werkzeug weder in Kisten mit sich herumschleppen noch ständig danach suchen. Sie kennen das sicher: wenn man das Werkzeug einmal wieder abgelegt hat, ist es schnell in Vergessenheit geraten. Viele Taschen und Fächer bieten sich an, um alles, was Sie zum Arbeiten brauchen, direkt am Körper zu haben. Schon deswegen sind Hosen, Jacken und Westen besonders robust. Damit Sie die Taschen füllen können, gibt es zahlreiches Werkzeug, das Ihnen die Arbeit zusätzlich erleichtert, und zwar im doppelten Sinne. Modernes Werkzeug ist nicht nur hochwertig verarbeitet und leicht zu bedienen. Es bringt auch in vielen Fällen längst nicht mehr so viel Eigengewicht mit wie früher. Sie können Ihre Taschen der Zunftbekleidung also füllen, ohne dabei das Gefühl zu haben, tonnenschwere Lasten mit sich herumzutragen. Ein unschätzbarer Vorteil für die tägliche Arbeit.

Zunftkleidung für Groß und Klein

Nicht nur Sie als erfahrener Handwerker wissen die Vorteile moderner Zunftbekleidung zu schätzen. Auch Ihr Nachwuchs interessiert sich womöglich schon für Berufsbekleidung. Die Kleinen ahmen nach, Sie sind das Vorbild, dem nachgeeifert wird. Diese Rolle sollten Sie ausfüllen. Und wenn Ihr Kind auch gern schon einmal ein wenig „üben“ will, dann liegt es nahe, auch den kleinen Menschen mit einer ordentlichen Zunftbekleidung auszustatten. Es gibt Zunftkleidung schließlich für Männer, für Frauen und für Kinder, jedes Modell ist zugeschnitten auf die individuellen Wünsche und Vorstellungen. Sie können also ganze Zunftsets kaufen, Jacken, Hosen, Westen, Tücher, aber auch Krawatten, Embleme, Taschentücher, Aufnäher, Hüte, Schals, Mützen und vieles mehr. Der Fantasie sind eigentlich kaum Grenzen gesetzt, sodass Ihr größtes Problem ganz sicher nicht die Frage sein wird, ob Sie die passende Zunftbekleidung finden. Vielmehr werden Sie irgendwann an den Punkt kommen, an dem Sie sich entscheiden müssen. Und das ist gar nicht so leicht bei einem Angebot, das keine Wünsche offenlässt.

Geschichte der Zunftkleidung

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Im 18 Jahrhundert noch keine Spur unserer Kluft

Die Zunftkleidung (Kluft) stammt nicht aus der Zeit der Enstehung der Zunft (wie oft angenommen), sie ist höchstwahrscheinlich in ihren Anfängen in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts aus der Arbeitskleidung heraus entwickelt worden. Der wohl bekannteste Stoff in der Zunftkleidung heute ist Cord. Der Ursprung dieser Bezeichnung konnte bis heute nicht genau zurück verfolgt werden. Eine Theorie ist die Ableitung der französischen Bezeichnung „Cord du roy“ was im deutschen „Stoff des Königs“ bedeutet. Die andere Theorie leitet Cord aus dem englischen Raum ab, übersetzt bedeutet Cord = Schnur. Innerhalb der deutschen Gebiete wurde das Cordgewebe auch „Manchester“ genannt. Nicht ohne Grund, denn in Manchester wurde dieser Stoff erfunden. In England selbst wurden aus diesen robusten, preiswerten und wärmenden Stoff Kleidungsstücke für die unteren Gesellschaftsschichten gefertigt. Infolge dieser Eigenschaften folgten dann auch Schuluniformen. Zu uns kam dieser robuste Stoff erst im zweiten Weltkrieg, woraus dann die ersten Cordhosen geschneidert wurden. Höchstwahrscheinlich, was aber nicht bewiesen werden kann soll die Kluft um 1880 in Hamburg als Standeskleidung der Land- und Schiffzimmerleute festgeschrieben worden sein. Aber wie gesagt, kann dies nicht bewiesen werden und ist aus diesen Grunde mit Vorsicht zu geniessen. Fotos zünftiger Handwerker um 1880 beweisen allerdings, daß die Kluft in ähnlicher Form wie heute schon zu dieser Zeit im Handwerk zu Hause war.

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